Freitag, 10. August 2012 10:19
Arnottodrom – Otto Lechner/Arnaud Méthivier (Österreich, Frankreich)
Atemberaubende Musique imaginaire aus der Tiefe des Accordion Tribe
Arnaud Méthivier und Otto Lechner sind ein Duo, das in der Landschaft des Musikschaffens seinesgleichen sucht. Das Repertoire von Arnotto kennt keine Grenzen, alle Spielmöglichkeiten des Akkordeons werden ausgeschöpft. Auf ungewöhnlichen Wegen wandelnd, schaffen Lechner & Méthivier eklektische Klangwelten, die zugleich eingängig und abenteuerlustig sind. Das Duo hat seine einzigartige musikalische Gesprächskultur bei einigen der wichtigsten Festivals (Montreal, Nizza, Paris la Villette, Wien …) zu Gehör gebracht und wurde schon mehrfach mit Preisen bedacht.
Der Wiener Otto Lechner ist für seine unvergleichlichen und immer etwas humorigen oder verrückten Kompositionen bekannt – ein leidenschaftlicher Musiker, der durch sein Instrument lebt und auf die zeitgenössische Akkordeon-Musik einen bedeutenden Einfluss ausübt. Musikliebhabern ist er sicherlich durch Accordion Tribe bekannt, einer Combo, die gleich fünf dieser außergewöhnlichen Akkordeonisten vereinte und deren Schaffen im gleichnamigen Kinofilm sensationell dokumentiert wurde. Der Auftritt mit Accordion Tribe beim Hafensommer im Jahre 2008 war und ist ein unvergesslicher Abend, ein Highlight der Hafensommer-Historie. Nach dem frühen Tod des unvergessenen Lars Hollmer aus Schweden war die Formation dann leider Geschichte. In Arnaud Méthivier hat Otto Lechner einen kreativen Gleichgesinnten gefunden, der – wie er selbst auch – die Grenzen zwischen Kammermusik, Jazz und Volksmusik sprengt. „France 2“ nannte Mèthivier einen „Perfektionisten, Bahnbrecher und Forscher, der für sein Instrument eine neue Sprache erfunden hat“. Ursprünglich war
Gabby Young & Other Animals (England)
Pop – bunt und artistisch – ein magischer musikalischer Jahrmarkt
Gabby Young & Other Animals sind definitiv anders, keine der gängigen Etikettierungen will zu ihnen passen, am besten charakterisieren die britischen Landsleute deren Musik mit dem Label „Circus Swing“. Die zierliche Frontfrau Gabby Young und ihre Begleiter jonglieren artistisch mit Swing und Operndramatik, Chanson und Vaudeville, Pop-Ohrwürmern und Balkan-Folk. Scheinbar Unvereinbares vereint die Formation aus London – und das offensichtlich mit Höllenspaß. Die Texte aus Gabby Youngs Feder sind nicht minder ungewöhnlich. Ihre eigene Sicht auf die Welt entspringt genauso der Fantasie wie realen Ereignissen. Mit ihrer mehrere Oktaven umspannenden Stimme singt die Engländerin beispielsweise als Jazz-Croonerin oder Operndiva von ihrer Tollpatschigkeit („Umm …“), dem Rätsel der eigenen Persönlichkeit („Maybe“), Dämonen im Inneren („Whose House“) oder auch ihrem imaginären miesepetrigen Freund („Lipsink“).
Schon mit 20 nahm Gabby erste Solosongs auf, erkrankte allerdings ein Jahr später an Schilddrüsenkrebs. Die Chirurgen mussten das Skalpell ganz in der Nähe der Stimmbänder ansetzen, die gerade begonnene Karriere schien zu Ende, bevor sie richtig beginnen konnte. Doch die Sängerin konnte die Krankheit erfolgreich bekämpfen und nutzte die Rekonvaleszenz zum Schreiben („Too Young To Die“). 2008 gründete sie ihre Begleitband Other Animals, es folgten Auftritte bei renommierten Festivals und Veranstaltungsorten sowie Konzertreisen durch Japan und Australien. Das Publikum hatte die Band mit ihrer mitreißenden Bühnen-Performance überall schnell für sich gewonnen. Insbesondere Gabby Young mit ihrem flammend roten Haar und den grellen Vintage-Kostümierungen ist ein echter Blickfang, den man so schnell nicht vergisst.